An dieser Stelle möchte ich Ihnen ausgesuchte Zeitungsartikel über Nettelrede aus unserer regionalen Presse vorstellen, die sicherlich auch für "Nicht-Grönjer" Informations- und Unterhaltungswert haben.
Quelle: Neue Deister Zeitung vom 22.11.2011
Ein Ortsrat in komplett neuer Besetzung
Stühlerücken in Nettelrede-Luttringhausen: SPD und CDU positionieren neue Kräfte
Nettelrede (jhr). Eine komplett neue Mannschaft am Start: Fünf Mitglieder zählt der Ortsrat Nettelrede-Luttringhausen, fünf Lokalpolitiker, die in der vergangenen Wahlperiode nicht in dem Gremium vertreten waren, nahmen gestern Abend am Ortsratstisch Platz – und unterstrichen ihren Willen, gemeinsam die Ortschaft voranzubringen. Der Anfang dazu wurde gleich bei der Besetzung der zentralen Posten gemacht: Gerd Ahrens (SPD) wurde für das Amt des Vorsitzenden und damit als Ortsbürgermeister vorgeschlagen und einstimmig gewählt. Für den Posten des stellvertretenden Ortsbürgermeisters lautete der Vorschlag Rainer Klockemann – und auch der CDU-Vertreter freute sich über ein einstimmiges Ergebnis. Klockemann erreichte bei der Kommunalwahl 193 Stimmen, Ahrens holte mit 195 die meisten Stimmen in der Ortschaft. Die SPD verfügte mit 52,8 Prozent der Stimmen über die Mehrheit und stellt drei Ortsratsmitglieder, die CDU ist mit zwei Vertretern dabei. Ahrens bedankte sich im Anschluss an die Sitzung auch bei seinem Amtsvorgänger Dr. Axel Goeritz. Der hatte sich nach zehn Jahren als Ortsbürgermeister bereits in der vergangenen Woche mit einem Rundschreiben von den Einwohnern Nettelredes und Luttringhausens verabschiedet, auf „Sternstunden dörflicher Zusammenarbeit“ wie die Renovierung des Dorfgemeinschaftshauses verwiesen, dabei aber auch deutlich gemacht, warum sein Engagement künftig „außerhalb des Politikbereiches“ liegen wird. Goeritz hatte sich, obwohl selbst gelernter Landwirt und bei der Landwirtschaftskammer beschäftigt, für Kompromisse in der viel diskutierten Frage der Ansiedlung eines größeren Schweinemaststalls am Deisterhand ausgesprochen. „Die Bedürfnisse von vielen Dorfbewohnern sind nun teilweise andere als diejenigen von Landwirten“, erklärte er und wies auf den Aspekt „Existenzgrundlage“ bei den Landwirten und das Themenfeld „Wohnqualität und Arbeitsplatzsicherung“ auf der anderen Seite hin. Eine Position, die nicht überall gut ankam: „In der Funktion des Vermittlers zwischen den Beteiligten habe ich mich gesehen, kompetent gefühlt und – habe schmerzhaft meine Grenzen erkannt“, spielte Goeritz auf scharfe Auseinandersetzungen an.
Gerd Ahrens (l.) verabschiedet Amtsvorgänger Dr. Axel Göritz.
Quelle: Neue Deister Zeitung vom 14.11.2011
Nicht ganz ungetrübte Vorfreude
DRK-Basar leidet unter Konkurrenzveranstaltung im eigenen Dorf
Nettelrede (oe). Selbst gebackene Weihnachtskekse, hausgemachte Säfte und Marmelade sowie viele hübsche Basteleien und Deko-Artikel: Im Dorfgemeinschaftshaus stellte sich am Wochenende Lust auf die Festtage ein – der DRK-Ortsverein hatte zum traditionellen Adventsbasar eingelaen. Dennoch war die Stimmung nicht ganz so weihnachtlich ungetrübt, wie es sich die Organisatoren erhofft hatten. DRK-Vorsitzende Kerstin Meyerhoff war sogar ziemlich sauer. Grund: Zeitgleich veranstaltete der TSV Nettelrede sein Kinderfest. „Als wir zu Beginn des Jahres unsere Termine im Ort abgestimmt haben, war davon noch keine Rede. Wir sind ein kleines Dorf mit nicht mehr all zu vielen Veranstaltungen – da sollten wir uns nicht auch noch untereinander Konkurrenz machen“, meint Meyerhoff. Zudem finde der DRK-Basar bereits seit neun Jahren stets in dieser Zeit statt. „Das weiß inzwischen jeder hier“, stimmt ihr Sigrid Otto, Ausstellerin und DRK-Mitglied, zu. Und schließlich gehe es auch um den Erhalt des Dorfgemeinschaftshauses. Ein Teil der Basarerlöse sei für diesen Zweck bestimmt. Dennoch zeigten sich die neun Aussteller mit der Resonanz noch einigermaßen zufrieden, „obwohl es hätte besser sein können“, wie es hieß. Die DRK-Frauen hatten auch wieder ein reichhaltiges Kuchenbuffet im Dorfgemeinschaftshaus aufgefahren, und viele der durchgefrorenen Besucher wärmten sich in der Kaffeestube nach dem Bummel zwischen den Ständen etwas auf.
Kerstin Meyerhoff (v.l.) und die Ausstellerinnen Silke Kaufmann und Sigrid Otto hätten sich gern mehr Zuspruch gewünscht. Foto:oe
Quelle: Neue Deister Zeitung vom 14.11.2011
Erlös ist für Rollenrutsche gedacht
Kinderfest mit Spielparadies, Glücksrad und Flohmarkt
Nettelrede (oe). Die Sporthalle glich einem Spielparadies: Sprungmatten, Klettertürme, Rutschen und zahllose kleine Parcoursstrecken luden den Dorfnachwuchs zum Toben ein. Gleichzeitig wurden nebenan im Gymnastikraum des gastgebenden TSV Nettelrede auf einem Flohmarkt Kinderbekleidung und Spielzeug angeboten. Organisatorin Beate Libor zeigte sich dankbar, dass so viele Sponsoren Preise für das Glücksrad gespendet hatten. Ihr Dank galt aber auch den Eltern aus der Mutter-Kind-Gruppe, die beim Auf- und Abbau sowie beim Verkauf geholfen hatten. Die Kritik der DRK-Vorsitzenden Kerstin Meyerhoff an der Terminüberschneidung mit dem DRK-Basar im Dorfgemeinschaftshaus (s. Artikel rechts) lässt sie nicht gelten: „Wir sehen uns nicht als Konkurrenz, weil dieses Fest ja hauptsächlich für die Kinder im Ort gedacht ist.“ Der Erlös des Nachmittags soll zusammen mit den im Frühjahr beim Tag der offenen Tür erzielten Einnahmen in ein größeres Spielgerät investiert werden. „Eine Rollenrutsche“ verriet Libor. Diese koste rund 2000 Euro und sei für die Sparten Mutter-Kind-Turnen und Kinderturnen gedacht.
Ausgelassene Stimmung: Teilweise bunt geschminkt und kostümiert tobten die Kinder durch die Sporthalle. Foto:oe
Quelle: Neue Deister Zeitung vom 07.11.2011
„Was für ein Gemeindediakon“
Bernd Petermann in Nettelrede in den Ruhestand verabschiedet / Seelsorger, Schlosser und Altenpfleger
Nettelrede (bdi). Es war ein bewegender Abschied: Nach 22 Jahren Dienstzeit wurde gestern Nachmittag ein Diakon und Pastor in Nettelrede von seiner Arbeit entbunden. Pastor Dietmar Adler übernahm die feierliche Entlassung des scheidenden Bernd Petermann: „Was für ein Gemeindediakon“, leitete Adler die Würdigung der Arbeit Petermanns ein, beschrieb ihn dann auch als „Problemlöser“: „Ein bewusster Diakon, kein Berufsjugendlicher.“ So voll wie zum Gottesdienst haben die Nettelreder ihre Kirche nur selten gesehen: Neben den Gottesdienstbesuchern aus Nettelrede und Luttringhausen waren in der Sankt-Dionysius Kirche neben allen Pastoren aus der Umgebung auch Ehemalige, Bekannte und viel Prominenz aus den Vereinen und der Politik erschienen, um Petermann die besten Wünsche zu überbringen. Und sie bekamen Petermann in der Form, in der sie ihn kannten: Humorvoll und reimend predigte er über sein Leben – was ihn in Kindheit und Jugend geprägt hat, wie der gelernte Schlosser dann als Diakon in das Deisterdorf kam und vieles mehr. Auch Rockmusik in Form der Rolling Stones durfte in seiner Predigt, die – ebenfalls wie gewohnt – etwas länger ausfiel, nicht fehlen. Nur selten habe er es schließlich geschafft, pünktlich nach einer Stunde Gottesdienst den Segen zu sprechen und den Gottesdienst zu beenden. Die Predigt endete dieses Mal im Applaus, bevor Adler dann die Leitung übernahm und seine Worte an einen gerührten und ausnahmsweise sprachlosen Petermann richtete: „Jetzt musst du vor allem ein Wort lernen: Nein“, ermahnte Adler den Diakon, der zu dem Zeitpunkt bereits sein Enkelkind Milla auf dem Arm hatte. Darüber hinaus fügte Adler hinzu, dass Petermann selbst und auch die Nettelreder nun den Ruhestand ihres ehemaligen Kirchenoberhaupts entsprechend achten sollten. Für sein langjähriges Engagement konnte Petermann neben den vielen mündlichen Dankesbekundungen und Geschenken auch das goldene Kronenkreuz der Diakonie entgegen nehmen – eine hohe Auszeichnung, die aber angesichts der Sympathiebekundungen der Gäste beinahe als Formsache unterging. Eines bleibt Petermann zum Abschied aus dem Amt erspart: ein Umzug. Die Stelle des Pastors in Nettelrede wird nicht neu besetzt, mit seinem Ruhestand fällt dieser Posten weg. Damit muss der Diakon seine Wohnung gegenüber der Kirche nicht räumen und kann dort wohnen bleiben. Seinen kompletten Abschied aus der Arbeit, der ihm bereits an diesem Sonntag sichtlich schwerfiel, wird dies vermutlich nicht erleichtern.
Geschenke und beste Wünsche – beim Empfang im Anschluss an den Gottesdienst waren viele Nettelreder dabei.
Pastor Dietmar Adler hatte zuvor den Segen gespendet. Fotos: bdi
Quelle: Neue Deister Zeitung vom 28.10.2011
Bernd Petermann – der Diakon, den sie liebten
Am kommenden Montag endet die 23-jährige Dienstzeit des Kirchenmannes in Nettelrede
Nettelrede (st). Er kommt ursprünglich aus der Stadt, und er liebt die „Rolling Stones“ – dennoch hat Bernd Petermann es als Diakon im kleinen Deisterdörfchen Nettelrede geschafft, die Einwohner für sich zu gewinnen. Gestern hat der eifrige Fahrradfahrer mit der Vorliebe fürs Reimen seinen 65. Geburtstag gefeiert – nicht nur ein Grund zur Freude, denn am kommenden Montag endet damit seine 23-jährige Dienstzeit als Diakon. Petermann geht in den Ruhestand. Aber er wird der Kirchengemeinde wohl erhalten bleiben – als Kirchenvorsteher vielleicht. Sein Freund und Weggefährte, der langjährige Vorsitzende des Kirchenvorstandes, Wilfried Wehrhahn, hat bereits durchblicken lassen, seinen Posten im Frühjahr zur Verfügung zu stellen. Durchaus eine Option für den baldigen Ruheständler. Dabei stand zu Beginn seiner Zeit in Nettelrede, gar nicht fest, dass er für immer bleiben würde. Am 1. Januar 1988 hat Petermann seinen Dienst im münderschen Ortsteil angetreten. Zuvor hatte er in Lübeck als Altenpfleger in der Gerontopsychiatrie gearbeitet – nicht viel länger als ein Jahr lang, der Beruf sei auf Dauer nichts für ihn gewesen, sagt Petermann. Doch von vorn: Petermann ist 1946 in Lübeck geboren, mit neun Jahren ist der Norddeutsche mit seinem Stiefvater und seiner Mutter in den Pott nach Bochum gezogen. „Dort habe ich Maschinenschlosser gelernt, nachdem mein Stiefvater mir davon abgeraten hatte, ihm in seinen Beruf als Bergmann zu folgen.“ Mit 21 heiratet Petermann seine Frau Marija, eine Kroatin, die er im Urlaub kennengelernt hatte. „Mein liebstes Souvenir“, sagt Petermann heute. Sie gehen zurück nach Lübeck, wo Petermann zunächst als Schlosser weiterarbeitet, sich ehrenamtlich aber bereits in einer Kirchengemeinde engagiert. „Der Pastor hat mir dann gut zugeredet, und ich habe mich entschieden, eine Diakon-Ausbildung in Hannover zu beginnen“, sagt Petermann. Das war mit 24. In Lübeck arbeitet er nach seiner Ausbildung vorwiegend in der Jugendarbeit, bis sein ältester Sohn ihm irgendwann sagte, er wolle einen erwachsenen Papa haben, keinen Berufsjugendlichen. Petermann wurde Altenpfleger – nur kurz, dann geht er nach Nettelrede. Seniorenkreis, Frauenkreis, Konfirmanden, Gottesdienste –Petermann ist in seinem Element. „Natürlich haben wir als Städter uns am Anfang schon an das Dorfleben gewöhnen müssen“, gibt der Diakon zu. „Nettelrede ist schon etwas Besonderes. Hier kann man besonders gut feiern“, sagt Petermann grinsend. Doch ein Ereignis und die Reaktion der Nettelreder darauf hat den Diakon endgültig mit der Gemeinde verschweißt. „Meiner Frau und mir wurden drei Söhne geschenkt“, sagt Petermann: „Einer hat sich am 31. Mai 2003 das Leben genommen.“ Er fügt dankbar hinzu: „Und die Menschen hier waren für uns da. Sie haben uns angenommen in der Trauer und gemeinsam haben wir die Trauerzeit bewältigt. Seit dieser Zeit steht für uns fest, dass wir hier bleiben wollen.“ Es habe zahlreiche Herausforderungen in der Zeit in Nettelrede gegeben, und er habe sie gern angenommen, sagt Petermann. „Es ist nie langweilig geworden“, fügt er lachend hinzu. Besonders die Senioren lagen und liegen ihm am Herzen. „Die 14-tägige Seniorenfreizeit war für mich immer die schönste Zeit des Jahres“, sagt Petermann. „Da konnte ich nach Herzenslust Andachten vorbereiten, Themenabende gestalten und meiner Leidenschaft fürs Basteln freien Lauf lassen.“ Auch nach seinem Eintritt in den Ruhestand will er sich als Vorsitzender des Seniorenbeirates weiter um die Belange der Älteren in Bad Münder kümmern. Zu den herausragenden Projekten während seiner Dienstzeit zählen die „Rund-um-Erneuerung“ der St.-Dionysius-Kirche, die Einführung des 14-tägigen 10-Uhr-Gottesdienstes in Nettelrede und die Restaurierung des Altars vor wenigen Wochen. „Das alles hätte ich ohne meine Frau gar nicht geschafft. Die hat mir immer meine Freiräume gelassen und auch geschaffen, sodass ich meine Arbeit gut machen konnte.“ Und es bleibt: das Bild des radelnden Reimers. Denn auch in Zukunft wird Petermann viele Strecken statt mit dem Auto mit dem Rad zurücklegen. „Das habe ich mir mal von meinem Arzt verschreiben lassen –wegen der Gesundheit“, sagt er lachend. Gar nicht so gesund ist die Tatsache, dass er während des Fahrens auch gerne mal die Zeitung liest, wie böse Zungen im Ort behaupten. „Ein, zwei Mal ist das vorgekommen“, sagt der Diakon augenzwinkernd. Ach: Und viele seiner Reden hat er in Reimform verfasst. Weil ihm leere Worthülsen bei Ansprachen „zuwider“ seien. Als Chef des Seniorenbeirates wird er auch zukünftig Gelegenheit haben, seine lyrisch-lustigen Beiträge zu Gehör zu bringen.
Kirchenvorsteher Wilfried Wehrhahn (l.) und Superintendent Philip Meyer (r.) gratulieren Diakon Bernd Petermann in dessen Wohnzimmer zum 65. Geburtstag.
Foto: st
Quelle: Neue Deister Zeitung vom 26.10.2011
Oktoberfest-Attacke: Sachverhalt bleibt unklar
Angeklagte sagen vor dem Hamelner Amtsgericht aus: Keiner der drei will‘s gewesen sein
Bad Münder (st). Kurz nach der diesjährigen Ausgabe des beliebten Nettelreder Oktoberfestes hat gestern vor dem Hamelner Amtsgericht der Prozess gegen drei Münderaner begonnen, die bei der Feier vor zwei Jahren einen heute 52-Jährigen angegriffen und schwer verletzt haben sollen. Zum Prozessauftakt gaben die Angeklagten ihre Aussagen zu Protokoll – und keiner will‘s gewesen sein. Staatsanwältin Iris Kötz wirft den beiden Männern (21 und 24 Jahre alt) sowie der Mutter des älteren (46) einfache beziehungsweise gefährliche Körperverletzung „mittels einer das Leben gefährdenden Behandlung“ vor. Der 52-Jährige, der 2009 seine erwachsene Tochter und deren Freundin vom Oktoberfest abholen wollte, landete nach einer brutalen Attacke mit Bruch der Augenhöhle im Krankenhaus. Doch wer hat dem Münderaner so brutal zugesetzt, dass eine Operation unumgänglich war – samt anschließender zeitweiser Arbeitsunfähigkeit? Der jüngste der drei Angeklagten, ein Fenstermonteur aus Bad Münder, will laut eigener Aussage bei der betreffenden Schlägerei gar nicht dabei gewesen sein. „Ich kann mich nur noch daran erinnern, dass wir ein Taxi gerufen haben. Und als ich aus der Scheune kam, war da ein Riesentumult.“ Zu diesem Zeitpunkt war nach Angaben des 21-Jährigen bereits alles gelaufen. „Ich hab nix davon mitbekommen“, beteuerte der Angeklagte vor Richter Ulrich Schöpe. Alkoholisiert sei er gewesen, aber nicht so stark, dass er sich nicht daran erinnern würde, einen anderen Menschen verprügelt zu haben, sagte der 21-Jährige. Während die 46-Jährige Münderanerin zunächst keine Angaben zum Tathergang machen wollte, schilderte ihr Sohn seine Sicht der Dinge. Er sei gemeinsam mit einem Freund, seiner Mutter und zwei weiteren Frauen auf dem Weg zum wartenden Taxi gewesen, als auf der engen Zufahrt ein Auto angefahren kam. „Das fuhr einfach immer weiter, bis es fast gegen meine Mutter gefahren wäre. Wir gingen dann an dem Auto vorbei. Anschließend beschwerte sich der Fahrer, sein Spiegel sei umgeklappt worden. Und er forderte uns auf, den Spiegel wieder zurückzuklappen. Wir weigerten uns.“ Daraufhin hätte der 52-jährige Fahrer aus dem Auto heraus nach dem Freund des Angeklagten geschlagen, sei dann ausgestiegen und die beiden hätten sich weiter gerauft. „Dann hat der Fahrer meiner Mutter mit der flachen Hand ins Gesicht geschlagen. Und ich habe ihn von hinten gepackt und von meiner Mutter weggezogen.“ Bei der anschließenden Rangelei, bei der auch Fäuste geflogen seien – „aber keine Megaschläge“ –, sind laut dem 24-jährigen Angeklagten dann er und der Fahrer des Autos am Rande eines Grabens zu Boden gegangen. „Plötzlich kam ein weiterer Beteiligter hinzu und hat auf uns eingetreten. Ich habe mich selbst geschützt und ihn dadurch nicht erkannt. Die meisten Tritte hat wohl der Fahrer des Autos abbekommen“, gab der 24-Jährige zu Protokoll. Durch diese Tritte dürften nach Ansicht des Angeklagten auch die schweren Verletzungen des Geschädigten entstanden sein. Anschließend sagte die Mutter doch noch aus, aber wenig Erhellendes: „Ich habe mich mit der Tochter des Angeklagten in den Haaren gezogen – gegenseitig.“ Weil nicht alle Zeugen anwesend waren, beraumte Richter Schöpe kurzerhand einen neuen Termin an, der allerdings noch nicht feststeht. Dann sollen alle Zeugen – unter anderem der Geschädigte, dessen Tochter und deren Freundin – geladen werden, um ein wenig Licht ins Dunkel um die Geschehnisse in dieser Nacht zu bringen. Besonders pikant: Zwei der Angeklagten sind Ehefrau und Sohn eines münderschen Polizeibeamten. Dessen Kollegen, die in der Nacht vor Ort waren, müssen sich – aufgrund von Anschuldigungen des Geschädigten und dessen Angehörigen – in einem gesonderten Verfahren wegen gemeinschaftlich versuchter Strafvereitelung im Amt verantworten.
Quelle: Neue Deister Zeitung vom 17.10.2011
Wiesn-Stimmung am Deister: 800 Gäste lassen es krachen
Volkers Scheune platzt aus allen Nähten: Nettelreder Oktoberfest muss sich hinter Münchner Original nicht verstecken
Nettelrede (oe). Innerhalb weniger Stunden waren alle 600 frei verkäuflichen Karten für das Oktoberfest in Volkers Scheune weg. Weitere 200 Plätze hatte die gastgebende Ortsfeuerwehr Nettelrede für sich selbst reserviert. Denn das, was inzwischen zu einer regional gefragten Kult-Veranstaltung geworden ist, hatte einst als interne Feier der örtlichen Brandschützer begonnen. Inzwischen kommen die Gäste aus dem ganzen Sünteltal, aus Hameln und sogar Hannover an den Deisterrand, um es in der urigen Scheune so richtig krachen zu lassen. Und es gibt immer mehr Stammgäste, die sich schon Wochen zuvor um Karten bemühen. Zu ihnen gehören Daniela Meyer, Andrea Rak und Kathrin Hillebrecht aus Eimbeckhausen, die von Anfang an dabei sind. Dabei kommt die Veranstaltung ganz ohne auswärtige Prominenz und aufwendige Showeffekte aus. Das Erfolgsrezept ist ganz einfach: Die Damen und Herren der Feuerwehr-Kapelle verwandeln sich mit Dirndl und Lederhosen in bayerische Mädel und Buam, die Scheune wird in Weiß und Blau gehüllt und das Bier zünftig in Maßkrügen ausgeschenkt. Dazu gibt es einen Stand mit herzhaften Haxen, Leberkäse und Weißwürsten – fertig ist das Oktoberfest am Deister. Garant für die gute Stimmung ist immer wieder die Kapelle um den Mitorganisator Walter Busse. Ein riesiges Repertoire von traditioneller Stimmungsmusik bis zum Glen-Miller-Sound und den Ohrwürmern von Marius Müller-Westernhagen luden die Besucher auch diesmal wieder zum Mitschunkeln, Tanzen und zur Polonäse ein. Die meisten Gäste kamen ebenfalls stilecht in bajuwarischer Kostümierung, bei den Frauen dominierten dekolletierte Oberteile, bei den Männern waren rotweiß-karierte Hemden der Renner. Schon längst kann die Feuerwehr das Fest nicht mehr allein stemmen. Die Grönjer Landjugend half deshalb an der Kasse, der TSV übernahm den Tresendienst. Und auch das hat schon Tradition: Erst in den frühen Morgenstunden verließen die letzten Gäste die Scheune.
Anklage vor dem Amtsgericht Hameln gegen drei mutmaßliche Schläger und zwei Polizeibeamte
Nettelrede (mf). Wenn heute Abend die Nettelreder Musikanten in Volkers Scheune zum Oktoberfest aufspielen, werden bei Thomas Sturm Erinnerungen wach. Böse Erinnerungen. Zwei Jahre ist es her, dass der heute 52-Jährige auf dem nächtlichen Heimweg von der Veranstaltung brutal zusammengeschlagen wurde. Übernächste Woche soll den mutmaßlichen Tätern nun endlich der Prozess gemacht werden. Sturm hatte in den frühen Morgenstunden seine erwachsene Tochter und deren Freundin am Festplatz abholen wollen, die dort mit mehreren hundert anderen Besuchern ausgelassen gefeiert hatte. Plötzlich sei eine Gruppe Unbekannter vor seinem Auto aufgetaucht und habe die Straße blockiert, schildert Sturm. Ein Wort habe das andere gegeben, es kam zu Handgreiflichkeiten. Dann sei er plötzlich hinterm Steuer weggezerrt und auf offener Straße geschlagen und getreten worden, sagt Sturm. Vor den Augen seiner Tochter. Das für Sturm noch immer Unbegreifliche: Zwei hinzugerufene Polizisten hätten nicht etwa konsequent eingegriffen, sondern die Täter noch gewähren lassen. Später hätten ihn die Beamten trotz seiner schweren Verletzungen in ein Alkoholtestgerät pusten lassen und von ihm als einzigem Beteiligten die Personalien aufgenommen. Obwohl er stark blutete, sei auch kein Rettungswagen gerufen worden. „Mir wurde gesagt, ich solle mich ins Auto setzen und nach Hause fahren, damit Ruhe einkehre“, berichtete Sturm damals nach dem Vorfall und erstattete Anzeige. Die anschließenden Ermittlungen der Polizei zogen sich lange hin, für manche Beobachter ungewöhnlich lange. Doch nun müssen sich die mutmaßlichen Täter vor Gericht verantworten. Bei zwei der drei Angeklagten handelt es sich um Ehefrau und Sohn eines münderschen Polizeibeamten. Die Staatsanwaltschaft glaubt, dass sie sich wegen einfacher beziehungsweise gefährlicher Körperverletzung „mittels einer das Leben gefährdenden Behandlung“ strafbar gemacht haben. Am Dienstag übernächster Woche will das Amtsgericht den Fall aufrufen. Eigentlich sollte nur zwei Tage später auch ein Verfahren gegen die beiden damals zum Ort des Geschehens gerufenen Polizisten eröffnet werden. Wie Oberstaatsanwältin Irene Silinger von der Staatsanwaltschaft Hannover gestern mitteilte, wird ihnen gemeinschaftliche versuchte Strafvereitelung im Amt vorgeworfen. Der Prozesstermin wurde jedoch kurzfristig aufgehoben – auf Antrag eines der beteiligten Rechtsanwälte, wie es heißt. Die Verhandlung gegen die beiden Beamten sei damit aber nur vertagt, versichert ein Sprecher des Amtsgerichts. Der Strafvorwurf bleibe bestehen.
Quelle: Neue Deister Zeitung vom 28.09.2011
Die Vorbereitungen fürs Fest laufen
Auf Hof Volker trifft sich Nettelrede und Luttringhausen zum Erntedankfest
Nettelrede (jhr). Auf Hof Volker laufen die Vorbereitungen für das große Erntedankfest, das dort am Sonntag, 2. Oktober, bereits zum 13. Mal begangen wird. Als Ausrichter fungiert erneut der Verein für Heimatpflege und Ortsentwicklung Nettelrede-Luttringhausen, die Schirmherrschaft hat der Ortsrat übernommen. Das Erntedankfest richtet sich insbesondere an die Einwohner aus Nettelrede und Luttringhausen, in der Vergangenheit nutzten aber auch immer wieder zahlreiche Gäste von außerhalb die Gelegenheit, einige Stunden beim liebevoll vorbereiteten Fest zu verbringen. Viele Einwohner der Orte beteiligen sich an den Vorbereitungen, beispielsweise mit selbst gebackenen Kuchen, die zum Erntedankfest mitgebracht werden. Andere bringen sich beim Auf- und Abbau oder beim Schmücken der Scheune tatkräftig mit ein. Heute und morgen wird ab 17 Uhr gearbeitet, am Sonnabend ab 9.30 Uhr. Das Programm kann sich wieder sehen lassen: Um 10.30 Uhr beginnt der Gottesdienst mit Diakon Bernd Petermann und dem Posaunenchor Bad Münder, ab 12 Uhr unterhalten die Jagdhornbläser. Die Tanzgruppe Hameln stellt ab 15 Uhr Elemente des Musicals „König der Löwen“ vor, ab 16 Uhr gehört die Bühne dem Musikzug der Feuerwehr Nettelrede. Vorführungen der Rettungshundestaffel Weserbergland, Ponyreiten mit Stefan Döring, das DRK-Angebot „Unfallschminken“, ein Erntequiz und Basteleien für Kinder runden das Programm ab. Die „Grönjer Landjugend“, die seit 2007 mit fantasievoll dekorierten Strohballen an der B442 für das Fest wirbt, ist mit einer vom Nabu zur Verfügung gestellten Saftpresse vor Ort und bietet die Möglichkeit, aus eigenen Äpfeln Saft pressen zu lassen. Äpfel werden vom CDU Ortsverband gespendet, sie stammen von Bäumen in und um Nettelrede. Der Erlös des Erntefestes soll örtlichen Vereinen zur Verfügung gestellt werden.
Die „Grönjer Landjugend“ wirbt für das Erntedankfest auf Hof Volker
Foto:jhr
Quelle: Neue Deister Zeitung vom 04.07.2011
Belobigung für jungen Nettelreder Tischler
Björn Wente im Wettbewerb ausgezeichnet
Hameln/Nettelrede (ndz). Das Gefühl, ein von Hand gestaltetes Möbelstück zu berühren, die geschwungene Form zu erfassen und den Geruch von bearbeitetem Holz wahrzunehmen – für viele ein Erlebnis mit allen Sinnen. Dass das Tischlerhandwerk mehr beinhaltet als Arbeit von der Stange, wird jetzt eindrucksvoll in der Sparkasse Weserbergland in Hameln unter Beweis gestellt. Die Tischlerinnung Hameln-Pyrmont zeigt die Prüfungsarbeiten der Auszubildenden, die im Jahr 2011 die Gesellenprüfung im Tischlerhandwerk ablegen. Eine unabhängige Jury unter Leitung von Brigitta Ehlers-Staack vom Landesinnungsverband hat die Gewinner des Gestaltungswettbewerbs „Die Gute Form“ ermittelt. Der erste Preis ging an Simon Freche, Auszubildender der Tischlerei Deppe in Klein Berkel, für seinen Barschrank. Neben dem ersten Preis ist die Belobigung im Wettbewerb der jungen Tischler von Bedeutung – und die ging an Björn Wente von der Tischlerei Wehrhahn in Nettelrede. Er hatte sich mit einem Bett mit Nachtschrank der Jury gestellt. Die Arbeiten sind noch bis zum 8. Juli im FinanzMarkt der Sparkasse Weserbergland in Hameln ausgestellt. www.tischlerei-wehrhahn.de
Tischlermeister Kai Wehrhahn (l.), Alexandra Brand von der Sparkasse Weserbergland und der stellvertretende Bürgermeister Detlef Olejniczak (r.) freuen sich über die Belobigung für Björn Wente.
Quelle: Neue Deister Zeitung vom 03.05.2011
Noch keinen Vorstand, aber schon Kandidaten
SPD in Nettelrede und Luttringhausen geht mit Spitzenkandidat Gerd Ahrens in den Wahlkampf
Nettelrede (jhr). Zwar ohne gewählten Vorstand, aber auch nicht komplett führungslos: SPD-Stadtverbandschef Heinrich Söfjer und Schatzmeister Axel Dröhmer präsentieren jetzt die Kandidatenliste für den Ortsrat, mit der die SPD an die bisherigen Wahlerfolge in Nettelrede und Luttringhausen anknüpfen will. Auf der Liste finden sich zahlreiche bekannte Namen – überraschend kommt für viele Beobachter aber doch der Spitzenkandidat, mit dem die Sozialdemokraten in den beiden Orten in den Wahlkampf ziehen – und der Rückschlüsse auf die SPD-Planung für das Amt des Ortsbürgermeisters zulässt: Gerd Ahrens, Betriebsratsvorsitzender bei Haworth in Bad Münder, tritt an. Auf Platz zwei folgt Andreas Wendt. Platz drei ist mit dem ehemaligen Ratsherrn Rüdiger Lohmann besetzt, auf Platz vier kandidiert Sönke Wehrhahn, auf Platz fünf Andreas Przykopanski – gleichzeitig mit Platz elf der Liste für den Stadtrat aussichtsreicher Kandidat für ein Ratsmandat. „Wir befinden uns ganz deutlich im Aufwind“, urteilt der Stadtverbandsvorsitzende. Er verbreitet Optimismus, sieht die von ihm und Dröhmer angeschobene Entwicklung positiv, sogar neue Mitglieder seien bereits gewonnen worden. Nachdem die ehemalige Ortsvereinsvorsitzende Dagmar Kreutel und ihr Stellvertreter, Ortsbürgermeister Dr. Axel Goeritz, nicht erneut für Ämter im Ortsverein zur Verfügung standen, war plötzlich die Stadtverbandsspitze gefragt. „Als Mitglied im Ortsrat kann man ein Stück weit mit gestalten, kann etwas bewirken, hat man den direkten Draht zur Verwaltung und zu den Informationen dort“, hatte Dröhmer um Kandidaten geworben. Nun sei er „frohen Mutes“, dass die SPD in den Orten bei der Kommunalwahl am 11. September ein respektables Ergebnis einfahren wird. Zentrale Themen, die die Kandidaten nach der Erwartung Söfjers in der kommenden Zeit beschäftigen werden: Die Maststall-Planungen am Deisterhang, der schlechte Zustand vieler Straßen, der Generationswechsel in den Vereinen. Das Ziel der Kandidaten: „Nettelrede und Luttringhausen innerhalb der Stadt Gehör verschaffen.“ Noch nicht viel weiter ist der Stadtverbandsvorsitzende in der Installation eines neuen Ortsvereinsvorstandes. Das Problem in beiden Ortsteilen: ein recht hoher Altersdurchschnitt in der Mitgliederstruktur. Aber: „2012 soll er wieder auf eigen Füßen stehen“, sagt Söfjer.
Quelle: Neue Deister Zeitung vom 03.05.2011
Die Tür weit auf: Süntelbuchen brauchen Freunde
Heimatbund-Ortsgruppe stellt interessierten Besuchern das Reservat bei Steinriepen und den Freundeskreis vor
Nettelrede (gho). Was ist eigentlich das Besondere an jenen seltsamen Bäumen namens Süntelbuche (Fagus sylvatica forma suntalensis) mit ihren meist kurzen drehwüchsigen Stämmen, den zickzackförmigen Ästen und den flachen glockenförmigen Kronen? Erschöpfende Antwort auf diese und weitere Fragen erhielten jetzt die Besucher des Süntelbuchen-Reservats am Tag der offenen Tür. Mit großer Fachkompetenz führten Friedrich Kunrich und Michael Meier von der Heimatbund-Ortsgruppe Bad Münder die Wissbegierigen durch das mehr als einen Hektar große Areal, auf dem sie sich mit Hingabe der Nachzucht jener 1843 im Süntel durch Abholzung nahezu ausgerotteten Wuchsform der Buche widmen. Der gelernte Forstwirt Karl-Heinz Rakemann klärte die Besucher auf über „Kloning“, über „wurzelechtes- und Gen-Material“, über das geplante „Separieren von roten und grünen Süntelbuchen“, wozu die Gruppe gern das Areal vergrößern würde. Kurzum: Der extra von Friedrich Kunrich frei gemähte Parcours mit den durchnummerierten Bäumen verschiedener Altersklassen war höchst interessant, wie die eigens von Hachmühlen angeradelten Robert und Renate Seibt bestätigten. Bernd Meyer und Hans-Georg Rabe vom Heimatbund kümmerten sich um das leibliche Wohl der Gäste – und warben für Unterstützung für den neu gegründeten „Freundeskreis Süntelbuchen-Reservat“, der sich dem Erhalt der seltenen Art verschrieben hat.
Michael Meier (v.r.) und Friedrich Kunrich erläutern den Besuchern Besonderheiten im Süntelbuchen-Reservat.
Foto: gho
Quelle: Neue Deister Zeitung vom 07.04.2011
SPD-Ortsverein unter Führung des Stadtverbands
Nettelreder Vorsitzende Dagmar Kreutel und Stellvertreter Axel Goeritz werfen das Handtuch
Nettelrede/Bad Münder (st). Sie sind dann mal weg – und haben einen führerlosen SPD-Ortsverein in Nettelrede hinterlassen. Vorsitzende Dagmar Kreutel und Stellvertreter Axel Goeritz haben laut Stadtverbandschef Heinrich Söfjer nicht völlig überraschend, doch aber zu einem unerwarteten Zeitpunkt ihre Ämter niedergelegt – und das nach Söfjers Angaben ohne sich im Vorwege um eine Nachfolge gekümmert zu haben. Daher musste der Stadtverband in die Bresche springen und übergangsweise die Führung übernehmen. Schon länger hatte Goeritz für die neue Wahlperiode seinen Rückzug aus dem Stadtrat und dem Ortsrat angekündigt – somit auch vom Posten des Ortsbürgermeisters. „Für meine Ansprüche haben wir einfach zu wenig erreicht“, erklärt Goeritz seine Politikmüdigkeit. „Wenn einer wie CDU-Fraktionschef Harald Einecke 20 Jahre lang verhindert, Entscheidungen auf mehrheitsfähige Füße zu stellen und sich jetzt hinstellt und den Rücktritt der demokratisch gewählten Bürgermeisterin fordert, dann ist das einfach ein albernes Kasperletheater. Dafür will ich meine Freizeit nicht mehr opfern“, sagt der Noch-Ortsbürgermeister. Und nimmt auch seine eigenen Leute nicht aus der Kritik aus: „Das ist in den Reihen der SPD aber nicht anders.“ So ist jetzt auch im Ortsverein Schluss mit Engagement. „Mitglied werde ich vorerst noch bleiben“, sagt Goeritz. Zwei Versammlungen unter Ausschluss der Öffentlichkeit haben im Ergebnis den führerlosen Ortsverein hinterlassen. Zunächst war – wie erst jetzt durchsickerte – Dagmar Kreutel zurückgetreten, woraufhinGoeritz gemeinsam mit Vize-Ortsbürgermeister Norbert Wehrhahn kommissarisch den Vorsitz übernahm. „Dann habe ich zu einer weiteren Versammlung bewusst nur die Mitglieder des Ortsvereins eingeladen, um die Zukunft der SPD in Nettelrede intern zu diskutieren – mit dem Hinweis, dass Norbert Wehrhahn und ich den kommissarischen Vorsitz abgeben werden.“ Es hat sich auf jener Sitzung kein Mitglied bereit erklärt, die Führung zu übernehmen. „Die Mitglieder in Nettelrede sind einfach zu alt. Es fehlen die jungen Leute, die die Energie und die Zeit haben, sich einer solchen Aufgabe zu stellen“, weiß auch der Stadtverbandsvorsitzende Söfjer. Er geht davob aus, dass es bestimmt ein Jahr dauern wird, bis der Ortsverein wieder auf eigenen Füßen stehen kann. „So eine Entwicklung braucht ihre Zeit. Es können mit Sicherheit nicht von heute auf morgen neue Persönlichkeiten gefunden werden.“ Solange werde der Stadtverband die Leitung in Nettelrede behalten. Kandidaten für die Ortsratswahl am 11. September dieses Jahres werden laut Söfjer trotz der Situation im Ortsverein noch nominiert.
Quelle: Neue Deister Zeitung vom 24.03.2011
Beim Tanzen verliebt, vom Vater getraut
Else und Wilfried Busse feiern heute ihre goldene Hochzeit in Nettelrede
Nettelrede (mow). Es ist und bleibt eine romantische Geschichte – die vom Tanzen, in die Augen gucken, verlieben. Am zweiten Weihnachtstag 1957 war Tanz im Gasthaus Hagemann, und auch Wilfried Busse aus Nettelrede war gekommen. Hier traf er die junge Else Arnzen: „Wir verliebten uns, wollten uns wieder sehen und sind seitdem zusammen.“ Punkt. Am 24. März 1961 heirateten die beiden standesamtlich in Nettelrede – beim Standesbeamten Friedrich Busse, dem Vater des Bräutigams. Die gelernte Einzelhandelskauffrau Else Busse arbeitete anschließend in Bad Münder, bis sie gesundheitliche Gründe zwangen, mit 50 Jahren in den Ruhestand zu gehen. Wilfried Busse war Tischler, zunächst bei Tischlermeister Herbert Wehrhahn, später bei Casala, wo er 1971 seine Tischlerlaufbahn beendete. Bis zum Ruhestand war er dann 30 Jahre beim Blutspendedienst in Springe tätig. Das Ehepaar bekam drei Töchter, später fünf Enkelkinder. Anfang der 90er Jahre traf die Busses ein schwerer Schicksalsschlag: Ihre damals 30-jährige Tochter starb plötzlich an Krebs. In der Folge hatte das Paar gesundheitlichen Problemen zu kämpfen, aber gemeinsam haben sie alles überstanden. Hobbies sorgen für Abwechslung: Else Busse treibt regelmäßig Sport, beide arbeiten gern in Haus und Garten, Wilfried hat lange Fußball gespielt und ist schon seit mehr als 60 Jahren aktives Mitglied des Musikzuges der Feuerwehr. Sie haben gute Kontakte zu ihren Nachbarn und freuen sich auf eine schöne Feier, natürlich unterstützt vom Musikzug. Noch ein paar Jahre in Gesundheit zusammen verbringen zu können ist ihr größter Wunsch.
Else und Wilfried Busse freuen sich auf eine schöne Feier.
Foto: mow
Quelle: Neue Deister Zeitung vom 18.03.2011
Generationswechsel im Verein
Burkhardt Busse ist neuer Vorsitzender des Nettelreder Heimatvereins
Nettelrede (sku). Generationswechsel im Verein für Heimatpflege und Ortsentwicklung Nettelrede: Fast der gesamte Vorstand wurde neu gewählt – und er hat sich deutlich verjüngt. Der ehemalige Kopf des Vorstandes, Rüdiger Lohmann, wird ab sofort durch Burkhardt Busse ersetzt. Die Mitglieder wählten auf der jüngsten Jahresversammlung Kerstin Meyerhoff zu Busses Stellvertreterin. Alfred Wente ist neuer Schriftführer. Auch der Beirat wurde neu zusammengestellt: Sandra Werhahn, Meiko von Oesen und Norbert Wehrhahn stehen dem Vorstand zur Seite. Kassierer Peter Schmalkuche ist der Einzige aus dem alten Vorstand, der jetzt wiedergewählt wurde. Seit der Vereinsgründung ist die Kasse in seinen Händen, und sie wird es voraussichtlich für wenigstens eine weitere Amtsperiode bleiben. Derzeit bereitet sich der Verein auf die 13. Ausrichtung des beliebten Erntedankfestes vor. „Die Veranstaltung war immer ein voller Erfolg, und deshalb wollen wir alles so beibehalten. Jedoch möchten wir in diesem Jahr ausnutzen, dass der Tag der Deutschen Einheit auf den Montag danach fällt. Man kann also gespannt sein“, kündigte Busse an. Des Weiteren ist eine Sanierung des Tempsstein vorgesehen. Der Tempsstein liegt oberhalb des Schützenhauses und bietet einen Blick über das Deister-Sünteltal. Er soll an die Brüder Temps erinnern, die um 1900 nach Amerika ausgewandert sind und dem Ort die Kirchenglocke gestiftet haben.
Der neue Vorstand des Heimatvereins: Kerstin Meyerhoff, Meiko von Oesen, Burkhardt Busse, Alfred Wente, Peter Schmalkuche, Sandra Werhahn und Norbert Wehrhahn.
Foto: sku
Quelle: Neue Deister Zeitung vom 25.01.2011
CDU-Chef mahnt desolaten Straßenzustand an
Rainer Klockemann erklärt die Kommunalwahlkampfthemen der Nettelreder Christdemokraten
Nettelrede (gho). Mit der Losung „Nur gemeinsam können wir etwas bewegen“ will der Ortsverband Nettelrede-Luttringhausen dieses Jahr in den Wahlkampf zur Kommunalwahl im September einsteigen. Vorsitzender Rainer Klockemann definierte klar die Ziele, um die auf örtlicher Ebene gerungen werden soll – und seine Mitstreiter stimmten ihm jetzt auf der Jahresversammlung im TSV-Sportheim vorbehaltlos zu. So sei es höchste Zeit, dass die Dorferneuerung angeschoben werde. Ferner seien die innerörtlichen Straßen in einem derart desolaten Zustand, dass die Schlaglöcher zuweilen einer „Seenlandschaft“ ähnelten. „Da drohen einem Fahrzeugschäden und Knochenbrüche“, sagte Klockemann. Die Erhaltung des Dorfgemeinschaftshauses haben sich die Christdemokraten ebenfalls auf die Fahne geschrieben. Zur „Gefahrenabwehr“ müsse auf der Bundesstraße 442 im Kreuzungsbereich der Böbberschen Straße eine Geschwindigkeitsbegrenzung eingerichtet werden, fand die Versammlung. Aus Klockemanns Jahresbericht ging hervor, dass es auf Einladung des Ortsverbandes eine Dorfführung mit der neuen Gästeführerin Monika Werner gegeben habe, zu der erfreulich viele Teilnehmer auch aus anderen Ortschaften gekommen waren. Die Tradition der jährlichen Baumpflanzaktionen sei ebenfalls fortgeführt worden, und neue Obstbäume alter Sorten hätten die Feldmark bereichert. Die Vorstands-Neuwahlen brachten folgendes Ergebnis: Vorsitzender und Stellvertreter bleiben Klockemann und Jobst Saake. Schatzmeister Hans-Dieter Otto kandidierte nach 34-jähriger Tätigkeit nicht mehr und wurde mit einem Präsentkorb verabschiedet. An seine Stelle wurde Dietmar Werhahn gewählt. Neue Schriftführerin ist Anne Kittelmann. Zu Beisitzern wurden Jürgen Brüggemann sowie Hans-Dieter Otto und zum Kassenprüfer Edgar Fritsch bestimmt. Am 1. Mai wollen die Christdemokraten eine neue Bank in der Luttringhäuser Feldmark aufstellen und im Herbst die Baumpflanzaktion fortführen. Der stellvertretende Bürgermeister Hans-Ulrich Siegmund berichtete aus dem Ratsgeschehen und brachte den Teilnehmern der Versammlung das schwierige Geschäft der Haushaltskonsolidierung näher. Auch hier gelte, dass nur gemeinsame Anstrengungen zum Erfolg führen könnten. Und für die Kommunalwahl: „Wir müssen mit guten Konzepten und überzeugenden Argumenten agieren und eine gute Mannschaft aufstellen.“
Der neue Vorstand: Jobst Saake (v.l.), Rainer Klockemann, Dietmar Werhahn, Jürgen Brüggemann.
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